• Deborah Wagner

Jung und willig, hier bin ich!

Aktualisiert: 10. Dez 2020



„Deborah, ich möchte dich fesseln“ - 5.48 Uhr

„Jung und willig... hier bin ich 🙋“ – 6:12 Uhr








Hier zusehen ist ein Nachrichtenverlauf eines ehemaligen Freundes und mir.

Unverkennbar, die sexuelle Tendenz dieser zwei Nachrichten.

Bis heute ist mir nicht klar was mich zu dieser Uhrzeit aus dem Schlaf riss, geschweige denn was mich derart bereitwillig auf solch eine Nachricht antworten lies. Klar der Wille sich sexuell ausleben und vor allem stets neu entdecken zu wollen ist bei den meisten jungen Erwachsenen in meinem Alter ausgeprägt.


Tatsächlich begegnet mir jener Satz: „Jung und willig, hier bin ich“, seither recht oft.

Er lässt sich ausgesprochen gut in die verschiedensten Situationen des Alltags eines Jungmenschen einfügen, egal ob mich jemand um eine Verabredung bat, einen waghalsigen Vorschlag einbrachte, mir aufregende Pläne mitteilte oder einfach nur eine Lebensgeschichte kommunizierte: „Jung und willig, hier bin ich“, war meist eine passende Antwort darauf.


Ich habe bis zu diesem Tage nicht einmal reell über diesen Satz nachgedacht. Dabei trifft er viel mehr als nur einfache Sexuelle Bereitschaft.

Meiner Meinung nach weist er aufregend viele Parallelen zum Dasein eines jeden jungen Menschen auf. Er drückt die Begeisterung für neue Aufgaben, neue Lebensabschnitte, neue Ziele und gänzlich unentdeckte Teile der Welt aus.

Meine Mutter spricht oft vom „Bonus der Jugend“, ist das dieser Bonus der Jugend?

Ist dieser Bonus, den wir wohl alle Teilen, der sich mit einer gewissen Ahnungslosigkeit inkk Umstände zu begeben?

Ich mein, ein jeder kennt sicher dieses Gefühl- das Kribbeln und die Leidenschaft die man verspürt, wenn man über seine eigenen Grenzen wandert. In Augen der Erwachsenen wohl eher waghalsig und unbedacht.

Doch ist es nicht gerade diese Unbedachtheit, welche uns alle einst antrieb?

Sind wir mal ehrlich ein Mensch mittleren Alters begibt sich unwahrscheinlich in dieselbe Situationskonstellation wie meine Wenigkeit aber,

auch ich fange an aus vergangen Erlebnissen zu lernen und befinde mich demnach seltener, um es beim Namen zu benennen, in unglaublich beschissenen Situationen.

Versteht mich nicht falsch, ich rutsche mindestens genauso so oft wieder in den Haufen aus Exkrementen zurück, es besteht jedoch die geringfügige Möglichkeit, dass ich nicht jedes Mal aufs Neue in denselben Berg aus Mist zurück slide.

kk

Bonus der Jugend- wenn ich diese Wort in meinem Mund zergehen lasse kommt mir dabei noch ein anderer Gedanke: Vielleicht ist damit nicht die Unbedachtheit als Geschenk gemeint sondern vielmehr das Verzeihen im Nachgang.

Die Nachsichtigkeit die ein jeder Mensch in meinem Alter und älter mit sich tragen sollte. Die das Bewusstsein für schlimm und weniger schlimm schreiben, die den Jugendlichen Kraft geben weiterzumachen und die gesamte Welt für sich zu entdecken.


Der Prozess des Vergebens. Denkt mal darüber nach.


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