• Deborah Wagner

Fernweh






die menschliche Sehnsucht nach neuem, nach Unerschlossenem und das Bedürfnis aus der Gewohnheit sowie den vertrauten Verhältnissen ausbrechen zu wollen.


Ein Gefühl welches mich die letzten Jahre stets begleitete und nicht mehr losließ.

Immer wieder habe ich mich mit dem Ende meines Abiturs vertröstet, mit dem Glauben, dass ich dann diese Sehnsucht nach Freiheit und fremden Orten füllen kann. Leider wurde mir und vielen anderen auch, diese Möglichkeit durch die bestehende Pandemie geraubt.

Ein Mensch, der solch einen Drang in sich verspürt, fühlt sich nun eingeengter denn je. Reisen durch Deutschland und in die umliegenden Länder sorgten für kurze Freude jedoch nie für vollkommene Sättigung dessen. Diese Emotion, welche einen selbst in die abenteuerlustigsten Situationen brachte, legte sich nun wie ein schwerer Schleier über mich. Ein drückendes und dauerhaft, schweres Gefühl wurde Alltag.


Doch jetzt, jetzt kann ich mit Freude sagen, mein Fernweh ist gestillt.

Seit drei Tagen befinde ich mich nun in Spanien.

Das Land des Sonnenscheins und meiner Meinung nach ganz klar des Sangrias!


Der Aufenthalt hier in Espanna wurde mir im Rahmen eines Praktikums bei PS: Kaas ermöglicht. Bis Weihnachten darf ich hier, im bedeutend wärmeren Spanien verweilen und ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen.

Selbst geerntete Mandarinen aus dem Garten sind wohl einer der bezauberndsten Genüsse die ich den letzten Tagen erfahren durfte, selbst gepresster Orangensaft mag auf den ersten Hörer unglaublich klingen, bringt jedoch einen bitteren Nachgeschmack mit sich – weil ungeduldig, frisch gepflügt, einfach unreif und sauer - aber, dies ist wohl mit Abstand eines der kleinsten Problematiken die dieser Ort für mich bereit hält.


Ein Schritt auf die Terrasse, ein tiefer Atemzug und ich spüre wie die Ruhe durch meinen Körper fließt. Es ist schon fast erschreckend wie wohl ich mich in der Fremde fühle... wie ich endlich das Gefühl von Ankommen in mir verspüre und sich sättigende Glückseligkeit über mein Sein legt. Besonders sentimental gestaltete sich der erste Strandspaziergang für mich. Ob ich nun aufgrund meines brennenden Gefühls der Endlosigkeit weinte oder wegen des Faktes, dass ich gerade auch noch aus meiner Vagina blutete kann ich nicht genau sagen aber, eins kann ich mit Sicherheit bestätigen; die endlose Weite des Meeres berührte mich.

Endlosigkeit.




Fern. Fern sein. Fremd sein. Frei sein. Unendlichkeit, Ewigkeit und Unbegrenztheit. Ich fühle mich endlos, endlos im sein. Endlos mit mir, endlos mit meinen Gedanken und endlos mit dir... der Ferne.


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